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11. Informationssysteme

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Bisher stand die Datenbank im Mittelpunkt. Eine Datenbank allein ist aber noch kein fertiges Werkzeug für einen Betrieb. Erst wenn Datenhaltung, Anwendungslogik, Oberfläche und Benutzer zusammenwirken, entsteht ein Informationssystem: ein System, das Daten erfasst, speichert, verarbeitet und so aufbereitet, dass Menschen damit Entscheidungen treffen können.

In diesem Kapitel ordnen wir die Datenbank in dieses größere Bild ein: Welche Arten von Informationssystemen gibt es, woraus bestehen sie, und wie bewertet man ein marktgängiges System für einen konkreten Zweck.

Ein Informationssystem verbindet drei Ebenen:

  • Mensch: die Personen, die Daten eingeben und Ergebnisse nutzen.
  • Aufgabe: der betriebliche Zweck, etwa Bestellungen abwickeln oder Noten verwalten.
  • Technik: Datenbank, Anwendung, Netzwerk und Oberfläche.

Die Datenbank ist also ein Baustein, nicht das Ganze. Ein Warenwirtschaftssystem, ein Lernmanagementsystem oder ein Krankenhausinformationssystem bestehen jeweils aus einer Datenbank plus der Software drumherum plus den Abläufen, in denen Menschen damit arbeiten.

Informationssysteme lassen sich nach ihrer Aufgabe im Betrieb einordnen. Eine gängige Einteilung orientiert sich an der Ebene, auf der entschieden wird:

TypZweckBeispiel
Operatives System (OLTP)das Tagesgeschäft abwickeln, viele kleine TransaktionenKasse, Bestellsystem, Buchung
Analytisches System (OLAP)große Datenmengen auswerten, Trends erkennenData Warehouse, Reporting
Management-/FührungssystemKennzahlen für Entscheidungen verdichtenDashboards, Business Intelligence
Wissens-/Dokumentensystemunstrukturierte Inhalte verwaltenCMS, Wiki, Archiv

Ein wichtiger Unterschied ist der zwischen OLTP (viele kurze Schreib-/Lesevorgänge im Alltag) und OLAP (wenige, große Leseabfragen für Analysen). Beide stellen ganz unterschiedliche Anforderungen an die Datenbank, was in der 5. Klasse vertieft wird.

Bevor man ein System auswählt oder baut, klärt man die Anforderungen. Sie zerfallen in zwei Gruppen:

Funktionale Anforderungen — was das System können muss:

  • Welche Daten werden erfasst und wie hängen sie zusammen?
  • Welche Abläufe muss es unterstützen (erfassen, suchen, auswerten, exportieren)?
  • Welche Schnittstellen zu anderen Systemen braucht es?

Nicht-funktionale Anforderungen — wie gut es das können muss:

  • Leistung: Wie viele Nutzer und Datensätze, wie schnell die Antwortzeiten?
  • Verfügbarkeit: Darf das System ausfallen, und wenn ja, wie lange?
  • Sicherheit und Datenschutz: Wer darf welche Daten sehen? Gilt die DSGVO?
  • Wartbarkeit und Kosten: Wer betreibt es, was kostet Lizenz und Betrieb?

Ein marktgängiges Informationssystem wird selten von Grund auf programmiert, sondern installiert und konfiguriert. Typische Schritte:

  1. Datenbank bereitstellen: das passende DBMS installieren (siehe DBMS Markt) und mit Benutzern und Rechten einrichten.
  2. Anwendung installieren: die Software aufsetzen und mit der Datenbank verbinden (siehe Datenbank-Schnittstellen).
  3. Konfigurieren: Benutzer anlegen, Rollen und Rechte vergeben, Abläufe an den Betrieb anpassen.
  4. Absichern und sichern: Zugriffe einschränken, Backups einrichten (siehe Security).

Container-Werkzeuge wie Docker vereinfachen diesen Ablauf, weil Datenbank und Anwendung als abgestimmte Pakete bereitstehen und reproduzierbar starten.

Steht die Wahl zwischen mehreren Systemen an, bewertet man sie strukturiert gegen die vorher festgelegten Anforderungen. Nützliche Kriterien:

  • Funktionsabdeckung: Erfüllt es die funktionalen Anforderungen ohne aufwendige Anpassung?
  • Datenhaltung: Welches DBMS steckt darunter, und passt es zu Datenmenge und Zugriffsmuster?
  • Integration: Gibt es Schnittstellen (APIs, Import/Export) zu den anderen Systemen im Betrieb?
  • Betrieb: Wie aufwendig sind Installation, Updates und Backup? Gibt es Support?
  • Kosten: Lizenz-, Betriebs- und Schulungskosten über die Laufzeit, nicht nur der Anschaffungspreis.
  • Zukunftssicherheit: aktive Weiterentwicklung, Community, Abhängigkeit von einem einzelnen Hersteller.

Eine einfache Nutzwertanalyse hilft, die Systeme vergleichbar zu machen: Kriterien gewichten, jedes System je Kriterium bewerten, gewichtete Summe bilden. Das Ergebnis ersetzt keine Fachentscheidung, macht sie aber nachvollziehbar.

  • Ein Informationssystem ist mehr als eine Datenbank: Mensch, Aufgabe und Technik wirken zusammen.
  • Systeme lassen sich nach ihrer Aufgabe einordnen, besonders wichtig ist der Unterschied zwischen operativ (OLTP) und analytisch (OLAP).
  • Am Anfang stehen die Anforderungen, funktionale wie nicht-funktionale.
  • Marktgängige Systeme werden installiert, konfiguriert, abgesichert und gegen die Anforderungen bewertet.
  • Eine strukturierte Bewertung nach klaren Kriterien macht die Auswahl nachvollziehbar.